Vorlesung Arithmetik & ihre Didaktik - erste Vorlesung
Aus den Vorlesungen

Von der Unternehmerin zur Zahlentheoretikerin

Nach über 20 Jahren in der Geschäftswelt, in denen meine Zahlen vor allem aus betriebswirtschaftlichen Auswertungen bestanden, bin ich nun wieder in einer ganz anderen Zahlenwelt gelandet: der Arithmetik und ihrer Didaktik. Heute hatte ich meine allererste Vorlesung im Studium „WAT im Lehramt für Förderpädagogik“ – und was soll ich sagen? Mein Kopf raucht, mein Herz lacht, und meine Mission hat eine neue, faszinierende Dimension bekommen.

Die „R-Rated“-Vorlesung
Ich hatte mit trockener Theorie gerechnet, aber Prof. Kortenkamp hat uns von Anfang an klargemacht: Hier geht es um Mathematik, bizarre Wortspiele und kontroverse Gespräche. Die Vorlesung trägt das Etikett „R“ (Restricted), weil sie angeblich Mathematik und Provokationen enthalten kann.

Dieser Ansatz – die Verbindung von Grundlagen, Schulbezug und dem Versprechen, Lücken zu lassen und manchmal zu lügen (um uns zum eigenen Denken anzuregen) – ist genau das, was ich so inspirierend finde. Denn das ist es doch, was wir auch bei unseren neurodivergenten Kindern sehen wollen: nicht nur das Belehren, sondern das Verstehen durch eigenes Betreiben.

Der Sprung von der BWA zur Menge M
Wir sind direkt ins kalte Wasser der naiven Mengenlehre gesprungen. Und wer dachte, das sei einfach, wurde spätestens bei der Russellschen Antinomie eines Besseren belehrt!

Kurz gesagt: Wenn wir die Menge M aller Mengen bilden, die sich nicht selbst enthalten – enthält sich M dann selbst?

Diese paradoxe Frage hat mich sofort an meine Arbeit erinnert:

Unternehmerperspektive: Wenn eine Strategie versucht, alle Eventualitäten auszuschließen, wird sie dann nicht selbst zur größten Unwägbarkeit?

Sonderpädagogische Perspektive: Wir müssen unser Denken über Förderung ständig infrage stellen. Sobald wir glauben, wir hätten „die Menge aller funktionierenden Methoden“, wird diese Menge unvollständig, weil sie die Individualität jedes Kindes ignoriert.

Mein Fazit: Die Brücke zwischen Arithmetik und Chancengleichheit
Als Chancengestalterin geht es mir darum, die doppelte Ausnahmebegabung zu erkennen und zu fördern. Diese erste Vorlesung hat mir gezeigt, dass die Basis dafür nicht nur in der Pädagogik liegt, sondern auch in der Präzision und Klarheit der Mathematik.

Wenn wir verstehen, wie Kinder Zahlen verstehen und wie wichtig es ist, exakt und klar zu sein, können wir vielleicht KI-gestützte Fördersysteme entwickeln, die nicht nur stumpf Fakten abfragen, sondern dem Kind helfen, seine ganz eigenen Mengen und Regeln zu definieren.

Mein Weg als Unternehmerin und angehende Sonderpädagogin ist offiziell gestartet – und ich freue mich auf die vielen weiteren Lücken, die ich füllen (und die Lügen, die ich aufdecken) werde!

Herzlichst,
Ihre Chancengestalterin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert